ULLF_PÜP-UG – DIE NÜTZLINGE

Die kreative Kraft im BMLFUW

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Liebe KollegInnen!

Wir sind derzeit auf Wahlkampfreisein den 30 Dienststellen des BMLFUW. Dabei machten wir eindrückliche Erfahrungen draußen in den Bundesländern. Einige dieser Erfahrungen wollen wir mit Euch teilen, weil sie auf Umstände hinweisen, die es dringend abzustellen gilt:

  • Im gesamten BMLFUW-Bereich ist nach wie vor ein antiquiertes zentralistisches Denken vorherrschend. Dieses kommt dadurch zum Ausdruck,dass sich das "hohe Management" in der Zentrale einfach für intelligenter und klüger hält als die Menschen draußen in den Dienststellen. Also eine Art paternalistische Bevormundung, die zur Konsequenz hat, dass die Ministerialbürokratie einfach auf das Aktivitäts-, Kreativitäts- und Innovationspotential vieler MitarbeiterInnen in den Dienststellen verzichtet. Und wenn die Dienststellen trotzdem aktiv sind, so werden ihnen oft mit unsinnigen bürokratischen Regulativen "Prügel vor die Füße geworfen".  Das ist demotivierend und damit inakzeptabel.
  • Insbesondere um die Nöte der arbeitenden Menschen, sei es in der Hausreinigung und Hauserhaltung oder sei es in der Stall- und Feldarbeit bei den Lehr- und Forschungsbetrieben oder sei es im gärtnerischen Bereich, kümmertsich eigentlich niemand wirklich. Gerade die arbeitenden MitarbeiterInnen sind durch den Aufnahmestopp besonders betroffen und diese werden vielfach gezwungen, die gleiche bisher schon umfangreiche Arbeit, mit immer weniger Arbeitskräften zu erledigen. Dazu kommen sehr schlechte Löhne, die alles andere als motivierend sind. Die Nulllohnrunde für diese sehr wichtige Gruppe war schlichtweg eine "Sauerei" (O-Ton von Gartenarbeitern). Andere O-Töne: "Auf einen arbeitenden Ruderer kommen mindestens zwölf Trommler". "Überall nur Manager - aber keiner greift etwas an." "Wir arbeiten am Limit, wenn einer krank wird, weiß ich nicht was ich tun soll..." "Wie soll man mit 1.200 netto in einer Landeshauptstadt die Miete bezahlen und dann auch noch dafür sorgen, dass die Kinder halbwegs in die Schule kommen!".....usw.
  • Auch bezüglich der Gleichstellung von Frauen bekamen wir ein Lehrstück an der HBLA-Pitzelstätten vorgeführt. Wir von ULLF-PÜP freuen uns, wenn die HBLAs super ausgebaut werden, aber dass man dabei auf die vorwiegend von Mädchen besuchten HBLAs (Pitzelstätten, Kematen, Sitzenberg, Elmberg) weitgehend vergessen hat, ist bezeichnend für das traditionelle patriarchale Bauernhof-Denken, das auch im BMLFUW noch festsitzt - welches da wäre: Zuerst der "Stall und Traktor für die Burschen" und dann erst das "Haus für die Mädchen". Nur ein Beispiel: Im Internat Pitzelstätten haben 40 Mädchen nur eine Gemeinschaftsdusche mit 4 Abteilungen (siehe beigefügtes Bild mit Blick in diese "gruselige" Dusche). Zudem gibt es vorwiegend nur 4-Bett-Zimmer und sogar noch ein 6-Bett-Zimmer, wobei die Mädchen nicht einmal einen eigenen Schreibtisch zum Lernen haben, sondern nur einen relativ kleinen Gemeinschaftstisch. Das alles repräsentiert einen schlechten Internatsstandard aus Anfang der 70er Jahre. ULLF-PÜP würde gerne Herrn Bundesminister Andrä Rupprechter und Herrn Generaldirektor Reinhard Mang zum Probeduschen in das Internat der HBLA Pitzelstätten einladen. (Wir könnten Bilder zeigen, die einfach "kronenzeitungreif" sind.) Also hier gehört dringend etwas für die sogenannten Mädchen-HBLAs im Sinne einer aktiven und konkreten Gleichstellung der Frauen in unserem Ministerium getan.
  • Ähnlich wie beim ersten Punkt herrscht in unserem Ministerium ein extrem hierarchisches Denken vor. Auch hier wird das Aktivitäts- und Kreativpotential vieler MitarbeiterInnen einfach "verheizt". Durch die nicht leistungsgerechte "Beamten-Kastl-Struktur" fühlen sich manche verantwortlichen LeiterInnen dazu animiert, ihre Dienststellen genauso wie das Ministerium ordentlich durchzustrukturieren. Das führt dann vielfach zu einer strukturellen Demotivationsmaschinerie. So manche MitarbeiterIn hat uns mitgeteilt: "Ich hab schon abgeschalten - ich mach zwar meine Arbeit, aber denken, das tu ich nimmer, denn wenn ich daran denke, wer bei einem Problem von mir aller mitredet, bis es an die richtige Stelle kommt...." Also die Schaffung von immer größeren Einheiten ist kein Patentrezept, sondern vielfach eine Mechanisierung des Sozialen, die in unüberblickbaren und manchmal unmenschlichen Abhängigkeiten mündet.
  • Die Computersysteme werden nicht als kreatives Instrument der Informationsgewinnung und des Informationsaustauschs verstanden, sondern vom Gesamtsystem unter der Vorgabe bürokratischer Regelungen dazu verwendet, die MitarbeiterInnen zu kontrollieren und sie auf Knopfdruck verfügbar zu machen. Damit wird die EDV zu einem Instrument der Zentralisierung und Hierarchisierung, anstatt sie als Instrument der offenen und transparenten Vernetzung zu sehen und zu verwenden.  Letztlich ist das ein bürokratischer Missbrauch der modernen Informationstechnologie nach dem System "Big Brother".
  • Die Forschung im gesamten Ministeriumsbereich wird sträflich vernachlässigt. Es ist einfach unerklärlich, warum man den gesamten öffentlichen Forschungsbereich hinunterfährt, und warum man in einer Wissensgesellschaft, zunehmend darauf verzichtet, eigenständiges Wissen zu erarbeiten. Wer, wenn nicht die Bundeseinrichtungen, können beispielsweise wesentlichen agrar-, forst- und gewässerökologische Fragestellungennachgehen, welche per se nur langfristig bearbeitet werden können? O-Töne: "Die Universitäten sind viel zu schnelllebig strukturiert, die Industrieforschung ist allein auf kurzfristigen Gewinn ausgerichtet und die Bundesforschung wird niedergefahren. Wir verspielen sehr viel Zukunft." "Die Internationalisierung im Forschungsbereich wird als hinderlich und als unangenehm betrachtet, weil sie manchen Partialinteressen nicht förderlich erscheint." "Ganze Forschungszweige, sogar mit internationalem Renommee, brechen einfach weg" "Man macht uns zu reinen Handlangern der Agrarberatung und niemand sieht, dass viel mehr Entwicklungsanforderungen bestehen, als sich die österreichischen Agrarlobbys vorstellen können. Man genügt sich selbst, anstatt über die Grenzen hinauszuschauen." "Man setzt einfach junge überbezahlte ManagerInnen ohne irgendwelche Forschungserfahrung ein, die dann zu verdienten, international anerkannten ForscherInnen gehen und denen sagen: Ihr erfüllt nicht die Benchmarks! - das ist ja moderner Irrationalismus in Reinkultur" "Ich arbeite trotzdem, aber mehr mit Trotz als mit meinem Ministerium."....und es gibt noch einige ähnliche O-Töne aus diesem Sektor, der für viele MitarbeiterInnen das Potential zu einer sehr sinngebenden Arbeit beinhalten könnte...aber der leider einer selbst beweihräuchernden Public-Relations-Maschinerie geopfert wird. Nicht nur die Infrastruktur, sondern auch das Denken wird anscheinend zunehmend "ausgegliedert".

 

Pitzelstaetten Blick in die 4 teilige Gemeinschaftsdusche fuer 40 Mdchen 2014


Soweit unser aktueller Blog aus der großen Wahlkampftour. Bis bald

meint

Eure ULLF-PÜP-UG

Unabhängige Liste BMLFUW – Plattform überparteilicher PersonalvertreterInnen – Unabhängige GewerkschaftInnen

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